Noten zu Triosonaten

Die Triosonate mit zwei Oberstimmen und Basso continuo ist in ihrer Ausgewogenheit zwischen der „alten“ polyphonen Gelehrtheit und der „neuen“ solistisch-konzertierenden Brillanz eine der bedeutendsten Formen der Barockzeit. Sie war als „Sonata da camera“ bis weit ins 18. Jahrhundert hinein nicht nur am Hof zur Unterhaltung beliebt. Barocke Komponisten vertraten auch die Auffassung, dass eine Sonate in der Kirche jegliches Orgelstück ersetzen kann. So erklang sie als „Sonata da chiesa“ in der Liturgie anstelle von Propriumsgesängen oder Antiphonen.

Die ersten Triosonaten stammen aus Italien von Giovanni Paolo Cima, dem bald auch heute beliebte Komponisten wie Biagio Marini, Dario Castello oder Giovanni Battista Fontana folgten. Arcangelo Corelli legte Ende des 17. Jahrhunderts mit seinen Sonate da chiesa op. 1 und op. 3 und den Sonate da camera op. 2. und op. 4 Werke vor, die als modellhaft galten und auf ganz Europa ausstrahlten. In Deutschland waren es besonders Georg Philipp Telemann, Johann David Heinichen, Johann Philipp Kirnberger und Christoph Graupner, die ihre Sonaten als „corellisierend“ bezeichneten.

Mit Aufkommen des galanten Stils im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Triosonate in eine eher solistische Richtung mit weniger Polyphonie und mehr Verzierungen. Mit dem Ende des Basso continuo ging sie zum 19. Jahrhundert hin in anderen kammermusikalischen Gattungen auf.