Gospel / Spiritual – Noten, Arrangements, Liederbücher

Spirituals und Gospels erfreuen sich heute großer Beliebtheit, zahlreiche Chöre sind darauf spezialisiert. Sie entstammen dem „Great Awakening“ der reformatorischen Kirchen im Amerika des 18. und 19. Jahrhunderts.

Sie spiegeln die religiöse Haltung dieser Erweckungsbewegungen, die sich von der offiziellen Dogmatik abkehrt und die persönliche Bekehrung des Einzelnen und seine Umkehr in den Mittelpunkt stellt. Die Texte sind umgangssprachlich, das Bild des Pilgers auf dem Weg ins gelobte Land und die Freude über die Erlösung durch die Auferstehung sind prägend. Diese Inhalte fielen vor allem bei den versklavten Schwarzen auf fruchtbaren Boden, zeigten sie Ihnen doch einen Hoffnungsschimmer in ihrem entbehrungsreichen täglichen Leben auf.

So ist es nicht verwunderlich, dass Spirituals und Gospels stark vom Blues geprägt sind. Gehen sie ursprünglich auf volkstümliche Hymnen und Balladen zurück, findet man oft einfache Liedformen mit klaren Wiederholungen und eingängigen Refrains, synkopierte Rhythmen aus der zeitgenössischen Unterhaltungsmusik wie Cakewalk oder Ragtime und eine pendelnde Harmonik, die viel Raum für Improvisationen lässt. Stark verbreitet wurden sie dann durch große Evangelisierungskampagnen, die Sonntagsschulbewegung, ebenso durch kommerziell erfolgreiche Gospelquartette und -sängerinnen und nicht zuletzt durch die Harlem Renaissance, eine Blütezeit der afroamerikanischen Kultur in den 20er und 30er Jahren. Bis heute hat diese Musik nichts von ihrer Strahlkraft verloren.