Noten zur Marienverehrung

Schon im frühen Christentum wurde der Mutter Jesu eine besondere Verehrung zuteil, weil sie im Besonderen die menschliche Seite des Glaubens verkörperte. Als Instrument der Gegenreformation erhielt die Marienverehrung dann eine große Bedeutung, die in den zahlreichen Marienwallfahrten, Marienfesten, volkstümlichen Andachtsformen wie dem Rosenkranz und auch in der Anrufung Marias als „Patrona Bavariae“, als Schutzherrin Bayerns, sichtbar wurde. Noch im 19. Jahrhundert war ein starker Hang zur Marienverehrung spürbar.

In der Musik äußerte sie sich in einer nahezu unüberschaubaren Vielzahl an Vertonungen der zentralen lateinischen Texte: Die marianischen Antiphonen Salve Regina, Regina coeli, Ave Regina coelorum, Alma redemptoris Mater, Sub tuum praesidium, Ave Maria und das Stabat Mater, das Magnificat und die Lauretanische Litanei sind die wichtigsten, auch Liebesgedichte aus dem Hohen Lied wurden auf Maria hin interpretiert. Nahezu alle katholischen Komponisten haben diese Texte verarbeitet, die protestantischen zumindest das Magnificat.

Auch außerhalb des Gottesdienstes spielt die Marienverehrung in der Musik eine Rolle. Die bekanntesten Beispiele sind die berühmten Ave Maria-Kompositionen von Franz Schubert und Charles Gounod/ Johann Sebastian Bach, weitere schöne Beispiele aus neuerer Zeit sind die beiden Vertonungen von Rilkes Gedichtzyklus Das Marienleben durch Paul Hindemith.