Gottfried von Einem (19181996)

Dantons Tod op. 6

Oper in zwei Teilen (sechs Bilder)
frei nach Georg Büchner

Instrumentation: Solistes, chœur à voix mixtes, orchestre

Partition musicale de poche

№ d’article260866
Auteur/CompositeurGottfried von Einem
Langueallemand
Mensurations18,0 x 26 cm
Durée90 minutes
Année d'origine1946
Fabricant/ÉditionsUniversal Edition
Numéro d'ordreUE 13197
ISBN9783702441845
ISMN9790008024139
105,00 €
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Description

Orchesterbesetzung: 4.2.2.2 - 4.3.3.1 - Pk, Schl. - Str

Rollen:

  • Georges Danton, Bariton
  • Camille Desmoulins, Tenor
  • Herault de Séchelles, Tenor
  • Robespierre, Tenor
  • Saint-Just, Bass
  • Herrmann, Bariton
  • Simon, Bassbuffo
  • Ein junger Mensch, Chortenor
  • 1.Henker, Chortenor
  • 2.Henker, Chorbass
  • Julie, Mezzosopran
  • Lucile, Sopran
  • Eine Dame, Sopran
  • Ein Weib, Alt

1939 begegnete der 21-jährige Gottfried von Einem dem ersten Theaterstück des 22-jährigen Georg Büchner – und war überwältigt. Das Ergebnis dieser Begegnung, "Dantons Tod", ist die erste Oper eines lebenden Komponisten, die im Rahmen der Salzburger Festspiele 1947 uraufgeführt wurde. Die Bedeutung des Werkes wurde sofort erkannt und bald schlossen sich Inszenierungen in Wien, Hamburg, Berlin, Hannover, Stuttgart, Paris, Brüssel und New York an. In sechs Sprachen übersetzt, eroberte Gottfried von Einems Oper die Bühnen der Welt.

Anders als bei Büchner spielt das Volk – die Revolution – eine der Hauptrollen und die Chorszenen sind mit die wirkungsvollsten, die von Einem in seiner im Grunde tonalen Partitur komponiert hat. Die Massenszenen, aber auch die Rechtfertigung Dantons vor dem Revolutionstribunal sorgen in der Oper für ein Pathos des Melodrams, das Büchner gänzlich fremd ist und das von Einem zusätzlich durch seine plakative Musiksprache anheizt. Das Werk hat seinen Stellenwert im Repertoire bis heute bewahrt.

Das Sujet von "Dantons Tod" basiert auf dem 1835 erschienenen Drama von Georg Büchner, das Libretto verfasste Boris Blacher gemeinsam mit dem Komponisten. Das Werk spielt im Jahre 1794 vor dem Hintergrund der Französischen Revolution und handelt von George Danton, der anders als Maximilien Robespierre gewaltlos eine Republik schaffen will, am Ende dieser jedoch selbst zum Opfer fällt. Während Robespierre seine Ziele verfolgt und dabei im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht und schließlich Danton zum Tode verurteilen lässt, hat Danton, der einst als überaus charismatischer Revolutionsführer die Massen hinter sich zu sammeln wusste, resigniert.

Desillusioniert muss er feststellen, dass die Ereignisse der Revolution keineswegs zu dem Staat geführt haben, den er sich erhoffte, wobei in ihm keimende Schuldgefühle über die eigenen Verfehlungen bei der Durchsetzung der revolutionären Ideen das ihrige tun und ihm die letzte Energie rauben. In dem Drama wird deutlich, dass die Revolution gegen das absolutistische System des Königs und des Adels mit Terror und Gewalt ein anderes System hervorgebracht hat – das der Tyrannei. Wer sich gegen Robespierre und seine Anhänger (die Jakobiner) stellte oder eine andere Vorstellung von einer Republik hatte, wurde zum Volksfeind erklärt und zum Tode verurteilt. Ein Herrschersystem wurde somit von einem weiteren abgelöst.