Johann Sebastian Bach (16851750)

Das wohltemperierte Klavier 1

Autograph Facimile with all lost Sections
BWV 846-BWV869

for: Piano

Music score (reprint)

Item no.676476
Author/ComposerJohann Sebastian Bach
EditorJohannes Gebauer
Dimensions21 × 30 cm
Release year2018
Publisher/ProducerE.R.P. Musikverlag
Producer No.ERP 47-2
ISMN9790700252472
74.00 €
Delivery time: 2–3 working days (Germany )
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Description

Vom ersten Buch des Wohltemperierten Klaviers BWV 846-869 existieren zwei Autographen, die hier zum ersten Mal in der Musikgeschichte gemeinsam veröffentlicht werden. Das erste Autograph, geschrieben von J.S. Bach allein, wird gemeinhin als von1720 bis 1739 datiert. Von dieser Version sind einige Seiten, Fuge Nr. 13 und Präludium Nr.14, verschollen. Diese wurden in der vorliegenden Version im modernen Notensatz eingefügt, basierend auf den besten verfügbaren Quellen.

Das zweite Autograph wird generell auf die Jahre 1740 bis 1759 datiert, wobei manche Quellen es auch von ca. 1733 bis 1773 datieren. Diese Version - musikwissenschaftlich als "Müllersches Autograph" bezeichnet - wurde zumindest eine Dekade vor Bachs Tod begonnen, aber erst eine Dekade oder auch später nach Bachs Ableben fertiggestellt. Die Schreiber sind Carl Heinrich Ernst Müller, Anna Magdalena Bach (Bachs zweite Ehefrau), Johann Friedrich Agricola, Wilhelm Friedemann Bach, J.S. Bach und ein anonymer oder unbekannter Schreiber, wobei es sich bei Müller und Agricola um zwei von Bachs Studenten handelt.

Da die Schreiber - über J.S. Bach selbst - enge Verwandte oder Bachs Studenten waren, muss die zweite Version als ebenso gesichert gelten. Die Schreiber benutzten verschiedene Papiere und Tinten, durch die die unterschiedlichen Farbwerte der einzelnen Blätter erklärt sind, die vielen Flecken mit diffusen Rändern sind durch durchscheinende Tinte der jeweils anderen Seite eines Blattes verursacht. Die Eisengallustinte, von der wir wissen, dass Bach sie benutzte und die bis ins frühe 20. Jahrhundert verbreitet war, enthält Säurebestandteile, die "Tintenfraß" hervorrufen können, Papierteile können sich ablösen, wodurch Löcher im Originalblatt entstehen können, über gewisse Unlesbarkeiten hinweg, die durch Tintenfraß verursacht sind. Diese Beschädigungen erweisen sich oft als höchst problematisch, wenn man die Originale restaurieren will oder Abbildungen derselben retuschiert.

Ergänzungen von unleserlichen oder fehlenden Textelementen können zu heftigen Diskussionen führen. Aber da die beiden Autographen von Buch I, die hier gemeinsam abgebildet werden, Unzulänglichkeiten an verschiedenen Orten aufweisen, können Unstimmigkeiten nunmehr durch einen Vergleich der Versionen leichter Hand geklärt werden. Die Herausgeber haben sich bemüht, Stempelabdrücke, Bleistiftkritzeleien und ähnliche "Graffiti der Jahrhunderte", mit denen sich respektlose Individuen mit Zugang zu den Originalen zu verewigen suchten, weitgehendst auszuretuschieren.