Walther Dürr (19322018)

Sprache und Musik

Geschichte - Gattungen - Analysemodelle
Bärenreiter Studienbücher Musik 7

Buch

Artikelnr.159304
Autor/KomponistWalther Dürr
Sprachedeutsch
Umfang280 Seiten; 14,5 x 21 cm
Erscheinungsjahr2002
Verlag/HerstellerBärenreiter
Hersteller-Nr.BVK 1153
ISBN9783761811535
ISMN9790006310159
32,00 €
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Beschreibung

In seinem Buch, der ersten historischen Gesamtdarstellung des Themas, stellt der Tübinger Musikwissenschaftler und Schubertforscher Walther Dürr die Wechselwirkungen zwischen Sprache und Musik dar und differenziert dabei nach Epochen und Gattungen, da Regeln und Praktiken der Sprachbehandlung in der Musik immer nur für einen bestimmten Zeitraum, eine musikalische Form oder auch nur einen Komponisten Gültigkeit hatten.

Vor jeder musikalischen Analyse vertonter Sprache steht für Dürr die Untersuchung der „Vorgabe“, also der inneren Struktur des Textes selbst, denn jedem Komponisten geht es darum, der Vorlage mit musikalischen Mitteln „gerecht“ zu werden. Erst dann kann mit einem System möglicher Entsprechungen von sprachlichem und musikalischem Material, stets in Relation zum jeweiligen historischen Standort, dem musikalischen Gehalt des Werks nachgespürt werden. In der Musikgeschichte von 1450 bis 1950 setzt Dürr zwei Schwerpunkte: um 1600 und um 1800. Innerhalb der Gattungen werden das Madrigal, die deutsche Oper und das Lied (daneben auch Messe, Canzonette , Konzert, Motette und neueren Formen) besonders ausführlich besprochen. Äußerst spannend nimmt sich dabei das Kapitel über Sprachbezüge in Schuberts Instrumentalmusik aus, da es ganz neue Aspekte thematisiert und den Fragehorizont erweitert.

Trotz des abgerundeten methodischen Systems bleibt Grundsätzliches stets ganz konkret, wird anhand exemplarischer Werkbesprechungen erklärt und gemeinsam mit dem Leser erarbeitet. Entscheidend aber ist, dass Dürrs Analysemethoden prinzipiell auf jedes andere Vokalwerk dieses Zeitraums übertragbar sind. Das praktische Arbeitsbuch enthält nicht nur Aufgaben zur Mitarbeit, sondern auch Anregungen zum Weiterdenken, wichtige Quellentexte zur Sprachvertonung (in Übersetzung), ein Glossar und Werkregister und kommentierte Auswahlliteratur.

Inhalt

  • Vorwort
  • Abkürzungen und Begriffserklärungen
  • Einführung:
  • Melodien und Texte: Vorgaben und Modelle
  • Methodische Grundlagen: Vorüberlegungen
  • Historische Abgrenzungen
  • Quellen und Literatur
  • Vom Madrigal zur Monodie:
  • Musiktheoretische Voraussetzungen
  • Das Madrigal: Luca Marenzio, Amatemi ben mio
  • Weltliche Liedformen: Die italienische und die deutsche Canzonette
  • Luca Marenzio, Io son ferito, und Jakob Regnart, Wann ich gedenk der Stund
  • Die Messe: Giovanni Pierluigi da Palestrina, Missa Papae Marcelli
  • Oper und Monodie: Claudio Monteverdi, Orfeo, Abschiedsgesang der Botin
  • Vergleichende Zusammenfassung
  • Quellen und Literatur
  • Die Folgen der Monodie: "Konzert", Rezitativ und Arie:
  • Das Geistliche Konzert: Heinrich Schütz, "Bringt her dem Herren" (SWV 283)
  • Rezitativ und Arie: Johann Sebastian Bach, "Jesu, der du meine Seele" (BWV 78)
  • Quellen und Literatur
  • Arie und Ensemble in der Zeit der Wiener Klassik
  • das romantische Lied:
  • Musiktheoretische Voraussetzungen
  • Rezitativ und Arie: Wolfgang Amadeus Mozart, "Die Entführung aus dem Serail" (Nr. 10)
  • Das Ensemble: Ludwig van Beethoven, "Fidelio" (Nr. 14)
  • Das Lied: Franz Schubert, Der Wanderer (D 489)
  • Zum Sprachcharakter der Instrumentalmusik
  • Quellen und Literatur
  • Zusammenfassung und Ausblick:
  • Der Sprachakzent und die musikalische Behandlung einzelner Wörter
  • Vers und Syntax
  • Zum Affekt des Ganzen
  • Formen und Gattungen
  • Quellen und Literatur
  • Anhang:
  • Anweisungen zur Sprachvertonung in der Musiktheorie
  • Register