Jesper Bøje Christensen (*1944)

Die Grundlagen des Generalbassspiels im 18. Jahrhundert

Ein Lehrbuch nach zeitgenössischen Quellen

für: Orgel [Cembalo]

Buch

Artikelnr.117744
Autor/KomponistJesper Bøje Christensen
HerausgeberStefan Altner
Sprachedeutsch
Umfang155 Seiten; 27,5 x 21 cm
Erscheinungsjahr2002
Verlag/HerstellerBärenreiter
Hersteller-Nr.BA 8186
ISMN9790006489121
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Beschreibung

Diese Generalbaßschule ist auf dem von Dandrieu vorgeführten Prinzip kleiner Lernschritte aufgebaut.

'In der vorliegenden Generalbassschule wird versucht, jene Grundlagen des Generalbassspiels auf Tasteninstnimenten ausfiihrlich zu vermitteln, deren Kenntnis im späten 17. Jahrhundert und im frühen 18. Jahrhundert als Voraussetzung für einen gut ausgebildeten Musiker angesehen wurde. Es konnten dabei weder das gesamte Genemlbasszeitalter noch alle Nationalstile des Generalbassspiels beachtet werden, vielmehr konzentriert sich diese Schule auf die Epoche zwischen ca. 1690 und 1735 in Frankreich und in Deutschland. Die räumliche und zeitliche Begrenzung wurde vorgenommen, weil gerade aus dieser Zeit eine Vielzahl wichtiger Quellen vorhanden ist und weil erst mit der Wende zum 18. Jahrhundert die Lehre vom Basso continuo wirklich systematisch entwickelt und als Folge von Akkorden im harmonischen Denken verankert wurde. Für den heutigen Anfänger ist diese Periode deshalb besonders geeignet.

Aus der Zeit vor 1680 existieren nur relativ wenige Quellen, die darüber hinaus kein einheitliches Bild vermitteln, sie sind eher verwirrend und deshalb für den Anfänger weniger zu empfehlen. Dagegen beschreiben die sehr späten Quellen, wie etwa Carl Philip Emanuel Bachs 'Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen' (1753/62), einen neuen galanten Stil, der mit der eigentlichen Barockmusik häufig wenig gemein hat, so dass jene Quellen für diese Musik eine nur untergeordnete Bedeutung besitzen.Der italienische Stil des Generalbassspiels, der sich in seiner gesamten Entwicklung erheblich veränderte, ragte damals ohne Zweifel als der komplizierteste und zugleich einflussreichste aus allen anderen Nationalstilen heraus; er wurde jedoch recht unsystematisch gelehrt. Die komplizierte Vielfalt und die besonderen musikalischen Ansprüche des italienischen (Generalbasses führen dazu, dass er zwar für jeden heutigen Generalbassspieler die größte Herausforderung bedeutet, aus denselben Gründen aber seine Behandlung den Rahmen unserer Darstellung sprengen würde. Dennoch lässt sich der größte Teil der italienischen Musik aus der Zeit von 1690 bis 1740 auch mit den Anweisungen zum fortgeschrittenen deutschen Stil ausführen, da dieser Stil von Italien stark beeinflusst ist (vgl. Kapitel II § 9-12 und 111 § 1-3).

Der heutige Unterricht an Musikhochschulen in den Fächern Musiktheorie und Harmonielehre reicht bei weitem nicht aus, um die Probleme der Stimmführung und des Harmonieaufbaus innerhalb des hinlänglich vermitteln zu können. Das vorliegende Buch versucht somit, eine schmerzlich empfundene Lücke zu schließen. Es arbeitet dabei bewusst quellenorientiert...' - J.B. Christensen

Inhalt

  • Einleitung: ​Christensen, Jesper Boje
  • ​Zum Aufbau des Buches
  • ​Wie man mit diesem Buch arbeiten kann
  • ​Editorische Hinweise
  • ​Kapital I: Der Französische Generalbass zwischen ca. 1690 und 1720, Auszüge aus: Michel de St. Lambert: "Nouveau Traité de L'Accompagnement du Clavecin." (1707) Auszüge aus: Jean-François Dandrieu: "Principes de l'Accompagnement du Clavevin" (1917)
  • ​Kapitel II: Der deutsche Generalbass zwischen ca. 1710 und 1735, Auszüge aus: Johann David Heinichen: "Der General-Bass in der Composition" (Dresden 1728) und aus: Georg Philipp Telemann: "Singe-, Spiel- und General-Bass-Übungen" (Hamburg 1733/34)
  • ​Kapitel III: Weitere wesentliche Aspekte des Generalbass-Spiels
  • ​Nachwort
  • ​Quellen und Literatur