Noten und Lehrmaterial für Cembalo

Das Cembalo ist ein Tasteninstrument und gilt als Vorläufer vom (Hammer-)Klavier. Seine Blütezeit hatte das Instrument mit seinem Zupfmechanismus während der Renaissance und dem Barock.

Der damalige Kammerton a' lag mit 415 Hz ungefähr einen halben Ton tiefer als der heutige Stimmton (440 Hz). Damit das Cembalo auch `sauber´ klingt, muss es wegen seine Empfindlichkeit für Wärme- und Feuchtigkeitsschwankungen mindestens einmal am Tag gestimmt werden. Ein Stimmungsvorgang nimmt durchschnittlich etwa 20 Minuten in Anspruch.

Neben den vielen Solowerken (wie Sonaten, Suiten, Toccaten, Variationen u. v. m.) von Komponisten wie z. B. Sweelinck, Frescobaldi, J. S. Bach, seinem Sohn C. P. E. Bach, D. Scarlatti, Händel, Soler und F. Couperin gilt das Cembalo – neben Orgel, Theorbe und Laute – im Basso continuo als zentrales Instrument aller Barockensembles.

Sein Akkordspiel formt die harmonische Brücke zwischen Melodie- und Bassinstrumenten. Diese Verbindungsfunktion als Tasteninstrument im Basso continuo ähnelt in der Harmonielehre dem modernen Keyboard oder der Gitarre in einer Rock-, Pop- oder Jazzband.

Ein typisches Merkmal für die Spielweisen in der Barockliteratur für Cembalo sind viele Verzierungen, wie z. B. Triller, Mordent, Doppelschlag und Pralltriller, welche insbesondere in der französischen Barock bei Komponisten wie Francois Couperin und Rameau exponiert zur Geltung kommen. Aber auch im berühmten Wohltemperierten Klavier (1722) von J. S. Bach finden sich beispielsweise viele solche Ornamente.

Als typisches Instrument für reiche Leute (Bourgoisie und Königshäuser), ist das definitive Ende des Instrumentes mit dem Aufstand des Volkes gegen das Establishment spätestens während der Französischen Revolution (1789 bis 1799) besiegelt. Viele Cembali und Clavichorde wurden damals aus Wut der Bevölkerung aus den Fenstern auf die Pariser Straßen geworfen und verbrannt!

Mit dem Revival der Alten Musik ab den 1970er Jahren wurden immer mehr neue Cembali (nach)gebaut und gespielt. Bei der Entdeckung und Etablierung der alten Spielweisen waren Pioniere wie z. B. Gustav Leonhardt, Ton Koopman, Nikolaus Harnoncourt maßgeblich beteiligt, aber auch viele Musikliebhaber haben die Alte Musik neu entdeckt.

Heute findet man weltweit originalgetreue Nachbauten von flämischen, französischen, italienischen, österreichischen und deutschen Herstellen. Alle haben ihre eigene Klangcharakteristik. Das Wissen über die historische Aufführungspraxis nach den damaligen Gepflogenheiten ist heutzutage für die meisten Musiker eine Selbstverständlichkeit, auch bei der musikalischen Umsetzung auf modernen Instrumenten, wie dem Klavier.

Weitere Links zu Noten und Schulen für Cembalo: