Antonio Vivaldi – Noten und Musikbücher

Zu den bedeutendsten italienischen Komponisten des Barock zählt Antonio Lucio Vivaldi. Der Venezianer komponierte viele Violinkonzerte, darunter die weltberühmten „Vier Jahreszeiten“. Das Werk des wegen seiner roten Haare und seines Priesterstandes „prete rosso“ genannten Künstlers geriet in Vergessenheit, bis lange Verschollenes im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurde.

Der 1678 geborene Antonio Vivaldi sollte eigentlich Geistlicher werden: Er erhielt bereits mit 15 Jahren die niedere Weihe, eine Ausbildung zum Priester und mit 25 schließlich die Priesterweihe. Doch das Schicksal wollte es anders mit ihm. Nachdem er sich als Lehrer für Geige, Cello und Viola d’amore am Waisenhaus für Mädchen Ospedale della Pietá seinen Lebensunterhalt verdiente und den Beruf des Priesters aus gesundheitlichen Gründen aufgab, war seine Bestimmung die Musik. Unter seiner Leitung erlangte das Orchester des genannten Waisenhauses überregionale Berühmtheit und lockte Besucher aus ganz Europa an.

Vivaldi schrieb für das Orchester zahlreiche Violinkonzerte. Seine Kompositionen machten ihn zu einer Berühmtheit seiner Zeit. Ab 1713 verschrieb sich der „rote Priester“ der Komposition von Opern, mit denen er jedoch nicht sonderlich erfolgreich war: Die Aufführungen an großen Häusern blieben aus. Nachdem Vivaldis Stern in Venedig zu verblassen begann, verließ er die Stadt 1740, um sein Glück in Wien zu versuchen, wo er jedoch nur 10 Monate nach seiner Ankunft verstarb.

Das Werk von Vivaldi geriet nach dessen Tod lange Zeit in Vergessenheit. Eine Musikaliensammlung, die 1926 der Nationalbibliothek von Turin angeboten wurde, erwies sich als umfangreiche Sammlung von Vivaldis Werken mit eindeutigem Hinweis darauf, dass es sich lediglich um die Hälfte einer bis dato unbekannten Sammlung handelte. Die Sammlung enthielt 97 Bände sowie 14 Bände handschriftlicher, autographer Partituren Vivaldis. Daraufhin wurden Nachforschungen eingeleitet, die nach Genua führten: Hier fand man den zweiten Teil im Nachlass des Marquis Marcello Durazzo bei dessen Neffen.

Überraschend war die große Zahl sakraler Kompositionen wie Psalm-Vertonungen, Motetten und sogar eines ganzen Oratoriums. Nach heutigem Stand sind 75 kirchenmusikalische Werke Vivaldis bekannt. Auch 12 Opern und eine Vielzahl an Solo-Kantaten wurden in den bis dato verschollenen Werken entdeckt. In der Folgezeit wurden weitere unbekannte Werke wiederentdeckt und Vivaldi wurde endlich die Anerkennung zuteil, die ihm zu Lebzeiten verwehrt blieb.