Klavierauszug
Traditionelle Fassung in G
Besetzung: Solostimmen (SATB), gemischter Chor (SATB), Klavier
Klavierauszug
Die Böhmische Hirtenmesse von Jakub Jan Ryba (1765-1815) gehört bereits seit fast zwei Jahrhunderten zu den beliebtesten Weihnachtskompositionen in Böhmen. Bereits in der Entstehungszeit in den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts verbreitete sie sich in vielen Abschriften über die tschechische Provinz. Im 19. Jahrhundert war diese Komposition so verbreitet, dass sie sogar in manchen Heimatromanen erwähnt wird. Diese Beliebtheit dauert bis heute an.
Rybas Weihnachtsmesse gilt als Höhepunkt einer Synthese von einer Reihe Kantor-Kompositionen, welche vor allem auf dem Land tätig waren. In einer Zeit der habsburgischen und kirchlichen Dominanz waren die Dorfkantoren wichtige Träger der tschechischen Tradition.
Die gesamte Komposition ist zwar wie eine klassische katholische Messe aufgebaut, der volksnahe Text und die Musik geben der Messe aber einen anderen Charakter.
Der Text beschreibt eine Dorfszene irgendwo in der verschneiten Provinz und anders als in Bachs Weihnachtsoratorium ist der Text nicht der Bibel entnommen. Hier wird eine Geschichte erzählt, die aus einer mitteleuropäischen Region stammen könnte: In einem verschneiten Dorf wird der Meister von seinem Knecht geweckt und dieser berichtet aufgeregt, er habe ein Licht am Himmel gesehen. Der Meister ist etwas mürrisch, nach einigem hin und her steht er jedoch auf und geht sich die ganze Sache anschauen. Tatsächlich leuchtet ein Stern, der Weihnachtsstern, am Himmel. Aufgebracht wecken sie das ganze Dorf, rufen die Bewohner zusammen und gemeinsam mit lauter Musik und den Tieren machen sie sich auf den Weg, den ihnen der Stern zeigt. Eine Hirtengeschichte - eben etwas anders.
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